Blutegel (wissenschaftlicher Name: Hirudo medicinalis) werden unter medizinischen Gesichtspunkten schon seit Jahrtausenden verwendet. Blutegel gehören zur Klasse der Gürtelwürmer und leben natürlicherweise in Gewässern, wo sie sich vom Blut ernähren, das sie durch Saugen von Säugetieren gewinnen. An das Blut kommen die Blutegel, indem sie mit ihren Kalkzähnen die Haut eröffnen und sich daraufhin festsaugen.
Schon im 13. Jahrhundert vor Christus wurden Blutegel medizinisch angewandt, und bei den Griechen und Römern im 5. Jahrhundert vor Christus war dies ein fester Bestandteil der Heilkunde.
Diese Art der Behandlung setzte sich auch bei uns im Mittelalter durch und vom Anfang des 19. Jahrhunderts an nahmen die Blutentziehungsmaßnahme, damit auch die Blutegelbehandlungen, drastisch zu, verloren sich jedoch leider um 1860 wieder, als die “wissenschaftliche” Medizin das “alte” Heilkundewissen ersetzte.
Seit 1975 erlebt diese Therapie wieder ihren Aufschwung.
Die damaligen Ärzte erforschten die Techniken und Anwendungen dieser Methode jedoch so, dass bis heute prinzipiell kaum etwas Neues hinzuzufügen wäre.
Man weiß jedoch heute wesentlich mehr über die Heilkraft des Egels und seiner Anwendungsgebiete als damals.
Der Effekt einer Egelbehandlung gleicht dem eines Aderlasses, da ein Tier bis zum 4-fachen seines Körpergewichtes (etwas 10-30ml) Blut aufnehmen kann.
Man setzt sie lokal ein, d.h. an bestimmten Körperstellen, die vorher von dem/der Behandler/in aufgrund seiner/ihrer Diagnose festgelegt wurden. Dies können z.B. lokale Blutfüllen oder “Krampfadern” sein.
Die wichtigste Wirksubstanz bei der Blutegeltherapie ist das Hirudin, das eine gerinnungshemmende Wirkung besitzt. Ungefähr 30 weitere Stoffe hemmen ebenfalls die Blutgerinnung, wirken antibiotisch und entzündungshemmend und fördern die Durchblutung. Zudem enthält das Gemisch eine schmerzstillende Substanz, so dass bei der Anwendung der Blutegeltherapie nur leichte oder keine Bissschmerzen entstehen.
Die Blutegel werden in speziellen konntrollierten Zuchtgewässern herangezogen, so dass sie keine Krankheitserreger übertragen. Den Würmern wird hierzu sogar ein Gesundheitszeugnis erstellt. Eine Blutegeltherapie sollte immer von einem speziell dazu ausgebildeten Arzt oder Therapeuten durchgeführt werden.
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